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Auszüge:
Vor ein paar Jahren wurden Pestizide in Schlecker-Babygemüse festgestellt. Und nach deutschem Lebensmittelrecht darf Babynahrung keinerlei Pestizidrückstände enthalten. Natürlich sind in jeder Babynahrung alle möglichen Rückstände drin, aber so wenig, dass man sie früher nicht messen konnte. Irgendwann sind die Messgeräte so fein geworden, dass man Spuren von Pestiziden gefunden hat. Republikweit rannten Mütter in Panik auf den Markt, kauften dort das Gemüse und kochten es zu Hause selber. Dummerweise wussten sie nicht, dass deutsches Marktgemüse eine 200-mal höhere Konzentration an Schadstoffen aufweisen darf und auch aufweist, als im “verseuchten” Schlecker-Babygemüse entdeckt worden war. Mehr Sicherheit durch bessere Messmethoden sorgt für mehr Panik.
Umgekehrt ist unterhalb einer gewissen Dosis jedes Gift ungefährlich. Ich trinke nachher mit Ihnen einen guten Bordeaux, da ist sowohl Dioxin drin als auch Arsen oder E 605. Die Dosen sind so minimal klein, dass wir es problemlos Jahrhunderte überleben könnten, wenn wir jeden Tag einen Liter davon tränken.
99,99 Prozent aller Gifte und Rückstände in Nahrungsmitteln sind von Natur aus drin. Und 0,01 Prozent werden von Menschen nachträglich noch dazugefügt. Und raten Sie mal, welche Prozentsätze die Medien füllen? Das ist grotesk.
Eine andere Dimension ist, ob wir ein Risiko kennen, verstehen und wahrnehmen können. Das ist der Grund, warum viele Menschen vor Krebs mehr Angst haben als vor Herz-Kreislauf-Krankheiten, obwohl Letztere etwa doppelt so viele Todesfälle verursachen. Aber jeder meint, er verstünde, wie ein Herz funktioniert. Da ist eine Pumpe, und wenn die Pumpe aufhört zu schlagen, stirbt man. Krebs ist unheimlicher.
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