Monatsarchiv für April 2009

 
 

Unbeliebte Werbeformen

Ich habe letztens in der Absatzwirtschaft über eine ganz aktuelle Studie zum Thema “Akzeptanz der diversen Werbemedien” gelesen. War glaube ich die Absatzwirtschaft vom Februar. Ich lese aktuell sehr viel, und komme da nicht mehr ganz hinterher, das stapelt sich gerade alles ein wenig.

Jedenfalls war Onlinewerbung – also Flashbanner, Overlays, Popups und sonstige Bild- und Textanzeigen auf Websites – mit Abstand die am meisten störende Werbeform unter den Befragten. 88% empfanden Onlinewerbung nur als nervig. Na ja, und ich unterstelle mal, dass die restlichen 12% so wie ich AdBlocker installiert haben, und weitgehend werbefrei durchs Netz surfen. Fernsehwerbung hat da schon bessere Akzeptanz, aber die Mehrheit mag auch diese Form nicht. Was dagegen von der Mehrheit gemocht und für gut befunden wurde, ist Zeitschriftenwerbung. Solange die Zeitschrift nicht mit zu vielen Beilagen beschwert ist. Anzeigen in Zeitschriften und Magazinen werden akzeptiert und als hilfreich empfunden. Die Zahlen dazu weiß ich jetzt nicht auswendig – der Punkt mit der Onlinewerbung, die offensichtlich von 100% der Befragten missbilligt wird, hat mich mehr interessiert.

Cliffhanger

Und morgen gibts den Muskelkater…

Lebensmittel nach Australien schicken – eine Wissenschaft für sich

Erfrischende Erkenntnis, dass die Bürokratie noch bürokratischer sein kann als in Deutschland. Hier hatte ich ja schon meinen Stress mit dem Zoll; sei es, weil ich eine Bluetooth-FSE für’s Auto aus der Schweiz importiert habe, oder weil ich mit Computerhardware zu einem Kunden auf eine Messe nach Luzern musste (Stichwort: Carnet ATA).

Manche Behörden in Deutschland sind aber erstaunlich unbürokratisch in Sachen Kommunikation und Problemlösung; positiv herborheben möchte ich hier die drei Finanzämter, mit denen ich bisher zu tun hatte.

Wenn ich meiner Freundin zum Geburtstag ein großes Paket voller Geschenke schicke, ist das für den australischen Zoll auch noch kein Akt. Alles unter 1’000 australischen Dollar wird durchgewunken. Den Wert der Gegenstände gibt man einfach in der Zollinhaltserklärung an, und wenn es plausibel ist, keine große Sache.
Bei Lebensmitteln gibts aber die Unterabteilung für Quarantäne und Inspektion (frei übersetzt). Und selbst bei einigen haltbaren, kommerziell hergestellten, luftdicht verpackten Sachen machen die Probleme. Da gibt es einen Katalog an Vorschriften, und der ist – da kommen wir zur Bürokratie – in sich total sinnlos. Ich nehme jetzt mal ein hypthetisches Beispiel: Kekse. Wenn ich trockene, in Folie eingeschweißte Kekse nach Australien schicke, dann ist das kein Problem. Nehme ich aber dieselbe Art Kekse von einem anderen Hersteller, genausolange haltbar, genausogut eingeschweißt, ABER der Hersteller hat in seinem Teig 18% anstatt 10% von Grundzutat XYZ verwendet, ja dann muss ich da ganz förmlich einen Antrag auf Importerlaubnis stellen. Egal, ob ich ne 150gr Packung verschicke, oder ein Containerschiff davon im Hafen einlaufen lasse. Für diesen Importantrag brauch ich Unterlagen von meiner Regierung und vom Hersteller. Die Prüfung der ware und der Unterlagen wird mit A$35 pro angefangene 15 Minuten berechnet. Obwohl dieselben Kekse mit weniger Anteil von Zutat XYZ problemlos importiert werden dürfen – unabhängig von der Packungsgröße.

Ja, und im anders als bei manchen vorbildlichen deutschen Behörden kann man auf eine Antwortemail aus Australien locker mal drei Tage warten. Und jedesmal antwortet – wenn auch nett und recht hilfreich – jemand anderes.

Und das ärgerliche an so einer Bürokratie ist: Der Zweck wird verfehlt. Weil es in sich schon unlogisch ist. Wenn Zutat XYZ gefährlich ist, dann verbietet es halt. Aber nicht, wenns 11% anstatt 10% sind. Das versteht keiner, und ich gehe jede Wette ein, dass das wissenschaftlich erwiesen ist /werden kann, dass diese Regelung unsinnig ist. Und wozu führt das? Der ehrliche, unbescholtene Paketeschicker könnte in die Versuchung kommen, bei der Inhaltsangabe zu schummeln. Was dann den Nutzen einer “Quarantäne und Inspektions”-Behörde völlig eliminieren würde. Wäre die Kommunikation und die Kundenorientierung gut, dann würde auch niemand etwas in Frage stellen und schummeln. Und ohne Schummeln kommt auch nichts wirklich Bedenkliches ins Land.

Ach ja, das erinnert mich irgendwie an die EU und die Gurken:

http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=CELEX:31988R1677:DE:HTML

Ehrgeiz

18 teils fragile Gegenstände in einen Karton mit den Maßen 36cm · 26cm · 17cm zu verpacken. Die Gegenstände sollen als Geburtstagsgeschenk für meine Freundin fungieren, und da diese momentan in Australien weilt, musste ich das gerade alles einzeln wiegen. Für die Zollinhaltserklärung. Vorher hat das alles so gut gepasst, weil die Gegenstände über einen längeren Zeitraum in den Karton befüllt wurden, und von daher sich wohl gut eingelebt haben und eng aneinander gerückt sind oder was weiß ich.

*LOL* @ Statue

Was ein Timing. Gerade war ich mit der Gesamtsituation unzufrieden, und dann sehe ich, dass irgendein Spaßvogel an die Statue von dem Dings ein Jojo drangehängt hat. Und das passt so herrlich, dass ich mich frage, warum noch nie früher jemand auf diese naheliegende Idee kam.

Jojo 1

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Zitat des Tages – beste Freunde

Ich habe darüber nachgedacht, was »Freundschaft« bedeutet. Ein guter Freund ist eine Person, die man um vier Uhr nachts anrufen kann, wenn man den Hausschlüssel verloren hat. Ich glaube, dass, nach dieser Definition, die meisten Leute weniger als fünf gute Freunde haben. Aber die Übergänge sind fließend. Ich glaube, wenn ich meinen Schlüssel um halb eins verliere, sind es gleich deutlich mehr Leute, die ich anrufen kann.
Wer mit einem Zahnarzt befreundet ist, setzt sich nicht ins Wartezimmer, sondern ruft privat an, wenn’s im Kiefer weh tut. Das halte ich nicht für verwerflich. Auf der anderen Seite sollte man natürlich ein Gefühl für die Grenzen des Zumutbaren besitzen. Wer mit einem Handwerker befreundet ist, sollte ihn nicht bitten, kostenlos die eigene 150-Quadratmeter-Wohnung zu renovieren. Um gewisse Dinge kann man auch einen Freund nicht bitten. Man muss darauf war ten, dass er es anbietet.

http://www.zeit.de/2009/15/Martenstein-15

Aus dem aktuellen ZEITmagazin. Dem kann ich voll und ganz zustimmen, speziell was den Passus mit der Uhrzeit angeht.

Paradoxe Fragen am Telefon – ein Artikel, den man gelesen haben muss

Manchmal rufen mich Leute an. Oft stellen diese Leute, die ich auch nicht selten sehr gut kenne, Fragen, die im Grunde genommen nicht gestellt werden müssten.

Aufgrund eines aktuellen Anrufes will ich auf meine Lieblingsfrage paradoxer Natur eingehen.
Die Frage: “Stör’ ich?”
Was für eine Frage. Ich bin kein Callcenter Agent, also werde ich nicht dafür bezahlt, ans Telefon zu gehen. Und ich bin auch kein Autist, somit sitze ich nicht den ganzen Tag vor meinem Funktelefon und meinem Handy und warte auf einen Anruf. Wie vermutlich die meisten Menschen. Auch wenn wir alle am Arbeitsplatz, zuhause und in der Hosen- oder Handtasche ein Telefon haben – grundsätzlich stört ein Anruf. Und eigentlich weiß das auch jeder. Also ist die Frage ja überflüssig. Wer anruft, stört.
ABER: Die Frage ist, wie sehr ein Anruf stört. In vielen Fällen ja nur minimal, und deswegen gehe ich dann ran. Wenn mich dann jemand fragt, ob er stört, dann ist die Antwort auch schon gegeben. Oder erwartet mein Anrufer, dass ich die Geduld und die Dreistigkeit besitze zu antworten: “Ja, ich bin nur ran um dir zu sagen, dass du störst, falls du das fragst.” Dafür kann man ja an modernen Telefonen die Anrufer einfach “wegdrücken”, und bei älteren Telefonen einfach nicht rangehen. Wenn es gerade stört.

Falco der Frosch

“Frogtus adipösia ökologius” wenn ich mich nicht irre. Ich habe ihn aber Falco getauft.

Manche Dinge werde ich nie verstehen

Es gibt da ein paar Sachen, die kann ich nur schwer erklären. Zum Beispiel das Rechtsfahrgebot für PKW auf leeren Autobahnen. Oder die Tatsache, dass seriös wirkend wollende Unternehmen am 1. April zu Kleinkindern mutieren und in ihre Emailnewsletter Aprilscherze einbauen. Und dann noch so plumpe, auf dem Niveau von – na ja, Kleinkindern. Oder einem schlechteren Blondinenwitz*. Was soll das? Lacht da jemand drüber? Kauft er deswegen mehr?

Wenn schon Aprilscherz, dann richtig gut. Wie Google in der Vergangenheit, oder der private Radiosender, der mal berichtete , dass die CDU jetzt eine AG wird.

*Kennt da jemand gute, die nicht länger sind wie eine SMS? Meine Freundin hat sich die Haare blondiert…


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