Archiv für den Monat: Januar 2010

Ding Dong – Guten Tag, Polizei

Mann 1: "Hallo, guten Tag wir sind von der Polizei."
Ich: :o
Polizist 1: "Wissen sie, ob hier ein Herr S. wohnt?"
Ich: "Ja – also nein, das war mein Vormieter. Der ist 2005 ausgezogen."
Polizist 1: "Wissen sie zufällig, wo der jetzt wohnt?"
Ich: "Nein, damals hat er mir gesagt, dass er wieder zu seiner Mutter ziehn will. Das hat mich gewundert, der war ja verheiratet."
Polizist 2: "Also nach XYZ?"
Ich: "Keine Ahnung, da wo die Mutter damals halt gewohnt hat."
Polizist 1: "Sie haben keinen Kontakt mehr?"
Ich: "Nein, seit der Wohnungsübergabe damals hab ich den nicht mehr gesehen."
Polizist 1: "Okay, dann vielen dank. Ade."

Oha – wenn zwei Polizeibeamte in Zivil nach meinem Vormieter suchen, dann muss der sich ja schon aktiv verstecken. Immerhin hat ja dann weder ein Einwohnermeldeamt (bestimmt noch hier gemeldet) noch eine Krankenkasse noch Finanzamt eine aktuelle Adresse von dem. Dann muss der ja schon nennenswert Dreck am Stecken haben. Ich schau am Wochenende mal, ob in unserer Wohnung irgendwo Drogengelder hinter der Tapete versteckt sind. ;)

20% auf alles! Und Plastiktüten

Ursprünglich war mein Vorhaben, im DM nur schnell zwei Dinge zu kaufen.
Auf diesem Video sieht man, welcher Anblick sich mir bot – und warum ich mein Vorhaben nicht in die Tat umgesetzt habe:

Diese Filiale bot nämlich 20% Rabatt auf alles wegen Räumungsverkauf. Und hat das wohl ausreichend beworben. Und dann war auch noch Rush hour. Als Entschädigung für eine Stunde Schlangestehen gab es für die Kunden mit ihrem Jahresvorrat an Markenshampoo (20%!!!!) einen Einpackservice und Plastiktragetaschen gratis.

Hier noch zusätzliche Fotos:

RabattSchlangeGeplündert

Zitat des Tages

Wenn jemand günstig einen Gebrauchten kauft, ist es nicht zu begründen, den Neupreis zur Besteuerung des geldwerten Vorteils heranzuziehen.
via Autoindustrie: Steuervergünstigung für Dienstautos im Gespräch – WirtschaftsWoche.

Finde ich völlig richtig. Ich habe nichts gegen die Besteuerung von der privaten Nutzung des Dienstwagens – aber einen Listenpreis zugrundezulegen, der  annähernd nie gezahlt wird/wurde, das ist völlig unlogisch und nicht gerechtfertigt, weil ja der geldwerte Vorteil auch nie in der Höhe entstanden ist. Das ist so, als würde man im Einzelhandel an der Kasse (oder im Internet beim Onlineshopping) die Mehrwertsteuer auf die UVP des Herstellers zahlen, und nicht auf den tatsächlichen Warenkorbwert.

Wie die "BILD" den Rechtsradikalismus kleinredet – und alle anderen Nachrichtenmedien darauf hereinfallen

Die Bildzeitung fälscht Statistiken. Oder denkt sich selber Zahlen aus. Soweit nichts neues. Das der gemeine Unterschicht-Bildleser latent ausländerfeindlich ist, ist auch keine Neuigkeit mehr.

Das aber durch den Umweg über eine Nachrichtenagentur auch vermeintlich renommierte Publikationen wie “Stern” und “Süddeutsche Zeitung” die Falschmeldungen der BILD in der ganzen Nation verbreitet werden, und wie Boulevardblätter wie “Focus” noch eins draufsetzen, das kann – nein sollte - man hier nachlesen: Malen nach Zahlen « Stefan Niggemeier

Dazu ein kleiner Exkurs in Sachen Manipulation mit Statistik:

Ich verwende hier mal völlig frei erfundene Zahlen (kennt man ja von der BILD), um zu veranschaulichen, das Prozentangaben keine Aussagekraft haben sollten. Leider klingen prozentuale Veränderungen aber immer spektakulärer als absolute Zahlen.

2008 2009 Veränderung in %
Rechte Straftaten 10’000 9’900 -1%
Linke Straftaten 100 200 +100%

So wird es offensichtlich: Wenn man schreiben würde, das linke Gewalt um 100 % gestiegen wäre, und rechte um ein Prozent gesunken, dann ist das zwar nach der Prozentrechnung richtig, hinterlässt aber einen völlig falschen Eindruck von der Situation. Was für meinen Berufsstand (Marketing) natürlich super sein kann. Aber im ernsthaften Journalismus hat Relativität nichts zu suchen.

Weiterführender Link: http://www.bildblog.de/14944/einar-hat-aufm-rechten-auge-ein-milchmaedchen/

Golf wird sexy

Der Herr Woods soll ja angeblich fremdgegangen sein. Alle paar Tage meldet sich eine weitere Schönheit, mit der er angeblich etwas hatte, während er mit seiner Frau verheiratet war.

Das ist schlecht für’s Image. Deswegen haben sich Accenture und Gilette als Sponsor von ihm getrennt, Tag Heuer überlegt noch. (Was übrigens hart ist, da der Tiger 80% seiner Einnahmen über Sponsoring macht). Nur Nike ist es egal. “Ehebruch? Just do it” habe ich diese Woche erst andernorts gelesen. Gepaart mit der Vermutung, dass Nike hofft, das Golf endlich sexy wird und somit den Absatz der Klamotten steigert.

Mal sehen, wie das weitergeht. :-)

So wird das Apple Tablet

Nun ist ja jeder gespannt, ob das Apple Tablet wirklich existiert, und diesen Monat wirklich auf der außerplanmäßigen Pressekonferenz angekündigt wird. Und falls es existieren wird, was es überhaupt genau ist. Und wie es heißt.

Ich lasse mal die zweite Frage außer acht; der Name ist ziemlich egal, weil Apple seine Produktnamen (kennt noch jemand Powerbook und Powermac?) sowieso alle paar Jahre austauscht

Kommen wir mal zur ersten Frage. An der Stelle möchte ich anmerken, dass ich es als Marketer faszinierend finde, wie gut die Geheimhaltung bei Apple funktioniert. Sollte es denn wirklich das iTablet geben. Aber das ursprüngliche iPhone damals hat auch niemand gesehen, bevor es offiziell vorgestellt wurde. Von daher ist das Fehlen von gesicherten (Foto)Beweisen kein Indiz dafür, dass es kein Apple Tablet gibt.

Was wird es sein: Ich weiß es nicht. Ich schlussfolgere nur.
Es wird auf jeden Fall kein eBook Reader sein. Der Markt wäre für Apple (und für andere Firmen) viel zu klein. Wer liest heute noch? Und wer von denen, die noch lesen, würde sich mit einer DRM-Fessel wie Amazon Kindle zufrieden geben? Ich glaube nicht, dass Apple direkt vom Start weg die Literatur DRM-frei (also so wie physische Bücher) anbieten können wird. In Musikshops wie iTunes und Musicload hat es auch Jahre gedauert, bis man auf DRM verzichtet hat / verzichten konnte. Was mich zu dem bringt, was ich bereits gesagt habe: Der eReader Markt ist zu klein. Musik hört im Prinzip jeder, von daher war der iPod ein betriebswirtschaftlich logisches Produkt. Telefonieren tut auch jeder, von daher war das iPhone ein betriebswirtschaftlich logisches Produkt. Ein eReader von Apple? Den würden nicht einmal alle Hardcore-Apple-Jünger kaufen. Lohnt nicht.

Das iTablet wird kein “großes” iPhone sein. Das macht keinen Sinn. Das iPhone ist ein Smartphone mit stark eingeschränkter Funktionalität und 320×240 480×320 Bildschirm, den man mit einem Finger bedient. Bei einem Tablett welches A5 oder A4 groß ist, macht das keinen Sinn. Und wer will mit so einem Gerät schon telefonieren? Es wird mangels Tastatur auch kein vollwertiges Notebook sein. Und wenn es das schon nicht ist, dann denke ich, es geht in die Richtung “Netbook mit Touchbedienung”. Neues Betriebssystem auf Mac OS X Basis, 10 Finger Multitouch. Wenig Leistung, wenig Funktion (ganz so wie das iPhone am Anfang) – aber das, was es kann, ist dann geschmeidig zu bedienen. Vielleicht mit 3G Modem und wieder an Mobilfunkprovider gebunden. Hauptsächlich ein Internetsurfgerät. Und Musikdateien und Youtube Videos wird es auch abspielen können.  Und die privaten Fotos vom Desktoprechner anschauen können. Evtl. als Fernbedienung für Apple TV dienen. Oder für den Mediaplayer am Desktoprechner. Eben ziemlich genau ein Mittelding zwischen iPhone und MacBook. Das Netbook von Apple. Konsequenterweise ohne Tastatur.

Mal sehen, ob ich richtig geraten habe. Oder ob es gar nix gibt. ;-)