Wie die "BILD" den Rechtsradikalismus kleinredet – und alle anderen Nachrichtenmedien darauf hereinfallen

Die Bildzeitung fälscht Statistiken. Oder denkt sich selber Zahlen aus. Soweit nichts neues. Das der gemeine Unterschicht-Bildleser latent ausländerfeindlich ist, ist auch keine Neuigkeit mehr.

Das aber durch den Umweg über eine Nachrichtenagentur auch vermeintlich renommierte Publikationen wie “Stern” und “Süddeutsche Zeitung” die Falschmeldungen der BILD in der ganzen Nation verbreitet werden, und wie Boulevardblätter wie “Focus” noch eins draufsetzen, das kann – nein sollte - man hier nachlesen: Malen nach Zahlen « Stefan Niggemeier

Dazu ein kleiner Exkurs in Sachen Manipulation mit Statistik:

Ich verwende hier mal völlig frei erfundene Zahlen (kennt man ja von der BILD), um zu veranschaulichen, das Prozentangaben keine Aussagekraft haben sollten. Leider klingen prozentuale Veränderungen aber immer spektakulärer als absolute Zahlen.

2008 2009 Veränderung in %
Rechte Straftaten 10’000 9’900 -1%
Linke Straftaten 100 200 +100%

So wird es offensichtlich: Wenn man schreiben würde, das linke Gewalt um 100 % gestiegen wäre, und rechte um ein Prozent gesunken, dann ist das zwar nach der Prozentrechnung richtig, hinterlässt aber einen völlig falschen Eindruck von der Situation. Was für meinen Berufsstand (Marketing) natürlich super sein kann. Aber im ernsthaften Journalismus hat Relativität nichts zu suchen.

Weiterführender Link: http://www.bildblog.de/14944/einar-hat-aufm-rechten-auge-ein-milchmaedchen/

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2 Kommentare zu “Wie die "BILD" den Rechtsradikalismus kleinredet – und alle anderen Nachrichtenmedien darauf hereinfallen”

  1. demScroob
    8. Januar 2010 um 11:49

    tja, was willste machen? hab gerade nahezu alle verlinkten artikel und blogbeiträge gelesen und mir ist sowieso klar gewesen, daß BILD ab und zu mal/manchmal/öfter/fast ausschließlich die unwahrheit schreibt. oder zumindest die wahrheit verdreht.

    aber wie viele friseurinnen/fernfahrer/hartzvierer wissen das? tangiert das? stört das?

  2. Matthias
    8. Januar 2010 um 12:48

    Ich habe in meinem Eintrag den Schwerpunkt nicht deutlich genug rausgestellt. Es geht hauptsächlich darum, wie eine BILD-Falschmeldung ungeprüft in glaubwürdigeren Medien übernommen wird – unter dem “Gütesiegel” einer Nachrichtenagentur.

    Das in der Bild fast nur falsches steht, und dass es in Deutschland viel zu viele rechte (als auch linke) Straftaten gibt, ist ja leider keine Neuigkeit mehr.

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