Ich kann mich für die Idee von Tablets wirklich begeistern. Nicht von Anfang an, als Microsoft das damals im Jahr 2001 erfunden hatte, aber seit sagen wir mal 2010.
Eigentlich nur für zwei Funktionen:
1. Im Web surfen
2. Fotos angucken / zeigen
2b. Videos angucken /zeigen.
Gerade Punkt 1 ist gefühlt 90% von dem, was ich privat an meinem Notebook tue. Das Notebook ist ein sehr gutes 17″ Markengerät, von meinem Arbeitgeber. Und zwar richtig gute Businessmarke, keine Asienmarke. Wobei es von dort auch durchaus Qualität gibt (Lenovo, Toshiba). Ich erwähne das Notebook deswegen so ausführlich, weil das Problem, das ich mit Tablets habe, sehr gut anhand meines sehr guten Notebooks verdeutlicht werden kann.
Man kann sagen, in 2010 hatte Apple mit dem iPad ein Quasimonopol im Tabletmarkt. Ich habe damals im Frühjahr schon vermutet, dass das iPad nicht so toll ist, und nachdem sich mein Chef das zu Weihnachten geschenkt hat, und ich im Dezember ausgiebig damit rumgespielt habe, sehe ich, dass ich recht hatte.
Einerseits versagt das iPad stark in den oben genannten Punkten: Websurfen ohne Flash und andere Plugins ist ziemlich öde, Fotos werden in der Auflösung runtergesampelt und können nur umständlich aufs Gerät übertragen werden, und Videocodes kann das Ding glaube ich keine 5. Der VLC Player hat geruckelt und ist außerdem eh wieder aus dem Appstore geflogen (vorgestern glaube ich).
Aber das schlimmere Problem ist der Preis. Das iPad kostet mit vernünftiger Ausstattung 800 Euro, und das ist bei weitem zu viel.
Und das ist das Problem mit den Tablets.
Dass das iPad so schlecht ist, das Problem wurde gelöst: Siehe hier
Das Preisproblem aber bleibt. Soweit ich das an den schon genannten Preisen ablesen kann.
Ein Tablet – sei es noch so gut zum surfen auf der Couch geeignet – ist nur ein Tablet. Kein vollwertiges Notebook, nicht einmal ein Netbook. Die Leistung ist eingeschränkt und der Nutzung angepasst, was im Hinblick auf Akkubetrieb auch gewünscht ist. Die Auflösung ist gering, die Komponenten allesamt eher unterdurchschnittlich. Durch die feste, niedrige Auflösung kann die Grafikkarte kleiner ausgelegt werden, die Bildschirme sind dementsprechend klein und billig, und wegen klein auch noch sparsam. Die Prozessoren müssen keine Proteine falten und wer zocken will, soll sich eine XBOX 360 kaufen. Ebenso kann auf Surroundsound und Grafikausgang verzichtet werden, denn abendfüllende Spielfilme auf einem Tablet guckt doch nur ein Bruchteil der User. Wir leben im Jahr 2011. Zwei Drittel aller 3D-Fernseher in den USA sind mindestens 55″ groß. Hardwaremäßig sollte man da also nicht in die Vollen gehen. USB, WLAN, Audio (Mikro/Headset), Bluetooth, Speicherkartenleser, eingebaute Webcam,  und Strom. Das ganze etwa in A4 Größe und mit einer Auflösung von größer gleich 100 Pixel pro Zoll.
Ein Tablet ist ein Tablet, kein PC.
Ein Tablet ist nicht einmal halb soviel PC wie mein wirklich gutes Laptop. Dieses hat im Frühjahr etwa 500 Euro gekostet, davon 100 die Software. Mittlerweile gibt es für das gleiche Geld mehr Leistung, wie immer. Ein sehr gutes Tablet dürfte also nach gesundem Menschenverstand nicht mehr wie 250 Euro kosten. Wie gesagt, ein sehr gutes Tablet, nicht nur ein iPad. Addieren wir noch Schischi wie GPS, Kompass und andere Pfennigartikel wie Beschleunigungssensoren und so etwas, dann machen wir 300 draus. Und selbst da müsste ich schon “eine Nacht drüber schlafen”, ob ich mir ein Surfgerät für 300 Euro kaufen würde. 200 klänge besser, ist ja nur ein Zweitgerät zum PC. Mehr ist es nicht – mehr muss es nicht sein. Und entsprechend der vom Kunden empfundenen Leistung (= Nutzen) muss der Preis sein. Technisch muss das machbar sein. Mein Laptop besteht aus doppelt soviel und weit mehr als doppelt so leistungsfähiger Hardware. Kostet aber aktuell nur die Hälfte. Seltsam, oder nicht?