Gerade wurde mir auf irgendeiner Newsseite eine Anzeige eingeblendet, die folgende Headline hatte:
“Karriere trotz Kevin”
Tja, was soll man zu solch unverpackter Adressierung der sogenannten Unterschicht noch positives sagen? Werber und “Kreative” verteidigen solche Stilblüten ja gerne mit “Man muss den Leser da abholen, wo er steht”. Ob das so gelingt? Immerhin ist ja selbst bei der anvisierten Zielgruppe schon angekommen, dass Kevin eine Namenswahl ist, die auf bildungsfernen Lebenslauf hinweist. Das wäre ja so, als ob zum Beispiel Schlecker öffentlich erklären würde, dass ihre Kunden dumm sind. Oder ein Kosmetikhersteller, dass seine Kunden hässlich sind.
Die Conversion-Rate dieser Kampagne interessiert mich sehr. Abgesehen von der latent beleidigenden Ansprache stellt sich die mir Frage, ob Kevins Eltern überhaupt Karriere machen wollen. Wird den Kevinisten dieser Nation doch neben dem eher praktisch gestaltetem Lebenswandel auch unterstellt, dass die sich mit ALG2, Fliesentisch und Free-TV ganz gut arrangiert haben.
Ich verstehe das nicht. Komische Welt, in der wir leben. Oder manche Texter.
