Von wegen Siri. Das ist GlaDOS!
Hab ich’s mir doch gleich gedacht.
Postmaterialist. Tierfreier Nichtraucherhaushalt. Nach Diktat verreist.
Hab ich’s mir doch gleich gedacht.
kommt ‘n apple-mitarbeiter in eine bar…
naja, den rest kennt ihr ja.
Malcolm Bunge
Interessant auch, wenn man sich die Kurse von Apple bei der Frankfurter Börse und bei Nasdaq vergleicht. Hier in Deutschland durfte man noch mit Aktien handeln, in Amerika war gerade Feiertag. Deswegen ist da der Kurs nach Bekanntgabe von Steve Jobs’ Ausscheiden erst mit einem Tag verzögert abgestürzt.
Und abgestürzt trifft es wirklich. In Frankfurt war Apple schlagartig 20 Milliarden weniger wert.
Krass ist das ganze auf und ab in Frankfurt; erst rauscht der Kurs in den Keller. Dann kaufen die, die sich denken können, dass er wieder steigen wird. Was auch passiert. Dann gibts kurz einen Ausschlag nach unten, weil vermutlich alle befürchten, dass die Preissteigerung zu schnell war. Daraufhin genausohoch ein Ausschlag nach oben, weil dann wiederum die kaufen, die ein Schnäppchen machen wollen. Und dann steigt’s normal weiter. In Amerika (siehe oben) war das nicht so. Da tut sich gerade nichts mehr.
Ich kann mich für die Idee von Tablets wirklich begeistern. Nicht von Anfang an, als Microsoft das damals im Jahr 2001 erfunden hatte, aber seit sagen wir mal 2010.
Eigentlich nur für zwei Funktionen:
1. Im Web surfen
2. Fotos angucken / zeigen
2b. Videos angucken /zeigen.
Gerade Punkt 1 ist gefühlt 90% von dem, was ich privat an meinem Notebook tue. Das Notebook ist ein sehr gutes 17″ Markengerät, von meinem Arbeitgeber. Und zwar richtig gute Businessmarke, keine Asienmarke. Wobei es von dort auch durchaus Qualität gibt (Lenovo, Toshiba). Ich erwähne das Notebook deswegen so ausführlich, weil das Problem, das ich mit Tablets habe, sehr gut anhand meines sehr guten Notebooks verdeutlicht werden kann.
Man kann sagen, in 2010 hatte Apple mit dem iPad ein Quasimonopol im Tabletmarkt. Ich habe damals im Frühjahr schon vermutet, dass das iPad nicht so toll ist, und nachdem sich mein Chef das zu Weihnachten geschenkt hat, und ich im Dezember ausgiebig damit rumgespielt habe, sehe ich, dass ich recht hatte.
Einerseits versagt das iPad stark in den oben genannten Punkten: Websurfen ohne Flash und andere Plugins ist ziemlich öde, Fotos werden in der Auflösung runtergesampelt und können nur umständlich aufs Gerät übertragen werden, und Videocodes kann das Ding glaube ich keine 5. Der VLC Player hat geruckelt und ist außerdem eh wieder aus dem Appstore geflogen (vorgestern glaube ich).
Aber das schlimmere Problem ist der Preis. Das iPad kostet mit vernünftiger Ausstattung 800 Euro, und das ist bei weitem zu viel.
Und das ist das Problem mit den Tablets.
Dass das iPad so schlecht ist, das Problem wurde gelöst: Siehe hier
Das Preisproblem aber bleibt. Soweit ich das an den schon genannten Preisen ablesen kann.
Ein Tablet – sei es noch so gut zum surfen auf der Couch geeignet – ist nur ein Tablet. Kein vollwertiges Notebook, nicht einmal ein Netbook. Die Leistung ist eingeschränkt und der Nutzung angepasst, was im Hinblick auf Akkubetrieb auch gewünscht ist. Die Auflösung ist gering, die Komponenten allesamt eher unterdurchschnittlich. Durch die feste, niedrige Auflösung kann die Grafikkarte kleiner ausgelegt werden, die Bildschirme sind dementsprechend klein und billig, und wegen klein auch noch sparsam. Die Prozessoren müssen keine Proteine falten und wer zocken will, soll sich eine XBOX 360 kaufen. Ebenso kann auf Surroundsound und Grafikausgang verzichtet werden, denn abendfüllende Spielfilme auf einem Tablet guckt doch nur ein Bruchteil der User. Wir leben im Jahr 2011. Zwei Drittel aller 3D-Fernseher in den USA sind mindestens 55″ groß. Hardwaremäßig sollte man da also nicht in die Vollen gehen. USB, WLAN, Audio (Mikro/Headset), Bluetooth, Speicherkartenleser, eingebaute Webcam, und Strom. Das ganze etwa in A4 Größe und mit einer Auflösung von größer gleich 100 Pixel pro Zoll.
Ein Tablet ist nicht einmal halb soviel PC wie mein wirklich gutes Laptop. Dieses hat im Frühjahr etwa 500 Euro gekostet, davon 100 die Software. Mittlerweile gibt es für das gleiche Geld mehr Leistung, wie immer. Ein sehr gutes Tablet dürfte also nach gesundem Menschenverstand nicht mehr wie 250 Euro kosten. Wie gesagt, ein sehr gutes Tablet, nicht nur ein iPad. Addieren wir noch Schischi wie GPS, Kompass und andere Pfennigartikel wie Beschleunigungssensoren und so etwas, dann machen wir 300 draus. Und selbst da müsste ich schon “eine Nacht drüber schlafen”, ob ich mir ein Surfgerät für 300 Euro kaufen würde. 200 klänge besser, ist ja nur ein Zweitgerät zum PC. Mehr ist es nicht – mehr muss es nicht sein. Und entsprechend der vom Kunden empfundenen Leistung (= Nutzen) muss der Preis sein. Technisch muss das machbar sein. Mein Laptop besteht aus doppelt soviel und weit mehr als doppelt so leistungsfähiger Hardware. Kostet aber aktuell nur die Hälfte. Seltsam, oder nicht?
Das ist kein Scherz, und ich mache mich auch nicht darüber lustig, denn das ist tatsächlich – reproduzierbar- wahr:
Some iPhone 4 models dropping calls when held left-handed, including ours video — Engadget.
Das iPhone 4 verliert massiv an Signalstärke (bis zum Verbindungsabbruch), wenn man es in der linken Hand hält. Das Problem ist, dass durch die Hautoberfläche ein Kontakt zwischen zwei Metallteilen des Gehäuses hergestellt wird, welche als unterschiedliche Antennen dienen. Das ist also ein Hardwareproblem, dass man nur durch Redesign des Gerätes lösen könnte. Oder dadurch, dass man dieses schöne Telefon in eine hässliche Hülle steckt.
Nach 7 Jahren mit “demselben” bin ich jetzt fast komplett in Phase drei:
So, das soll also “das beste, was ich je [bei Apple] getan habe” (Steve Jobs) sein. Sogar noch besser als Breakout soll es sein, das neue Apple Tablett.
Ist es nicht. Als vernünftiger und objektiver Applekritiker hatte ich nicht viele Erwartungen an das neue Gerät. Aber selbst diese wurden noch unterboten. Fangen wir einfach mal an, was so richtig misslungen ist:
Der Preis – 500 bis 830 Dollar – ist wie immer zu hoch. Da empfehle ich doch das hier. Für 100 Euro würde ich es mir ehrlich gesagt noch überlegen. Als kleiner Webbrowser für die Couch / den Nachttisch. Aber das geht nun mal gar nicht. Nicht bei den gravierenden Designfehlern.
Und so coole Features, wie ich sie erwartet habe – z.B. eine Steuerung des Heimrechners oder zumindest von Apple TV, also irgendetwas, was naheliegend ist, fehlen völlig. Na ja, aber es hat ja einen Kompass. Wird ziemlich intelligent aussehen, mit dem iPad in der Horizontalen durch eine Fußgängerzone zu navigieren. ;-) – Achso, GPS-Empfänger nur in der teureren 3G Variante. Weil der Bestandteil des Modems ist, logischerweise.
Eventuell gibt das eine Enttäuschung für alle Apple Fans:

Originalbild in sehr hoher Auflösung hier:
appletv25.jpg JPEG-Grafik, 1750×2479 Pixel
Nun ist ja jeder gespannt, ob das Apple Tablet wirklich existiert, und diesen Monat wirklich auf der außerplanmäßigen Pressekonferenz angekündigt wird. Und falls es existieren wird, was es überhaupt genau ist. Und wie es heißt.
Ich lasse mal die zweite Frage außer acht; der Name ist ziemlich egal, weil Apple seine Produktnamen (kennt noch jemand Powerbook und Powermac?) sowieso alle paar Jahre austauscht
Kommen wir mal zur ersten Frage. An der Stelle möchte ich anmerken, dass ich es als Marketer faszinierend finde, wie gut die Geheimhaltung bei Apple funktioniert. Sollte es denn wirklich das iTablet geben. Aber das ursprüngliche iPhone damals hat auch niemand gesehen, bevor es offiziell vorgestellt wurde. Von daher ist das Fehlen von gesicherten (Foto)Beweisen kein Indiz dafür, dass es kein Apple Tablet gibt.
Was wird es sein: Ich weiß es nicht. Ich schlussfolgere nur.
Es wird auf jeden Fall kein eBook Reader sein. Der Markt wäre für Apple (und für andere Firmen) viel zu klein. Wer liest heute noch? Und wer von denen, die noch lesen, würde sich mit einer DRM-Fessel wie Amazon Kindle zufrieden geben? Ich glaube nicht, dass Apple direkt vom Start weg die Literatur DRM-frei (also so wie physische Bücher) anbieten können wird. In Musikshops wie iTunes und Musicload hat es auch Jahre gedauert, bis man auf DRM verzichtet hat / verzichten konnte. Was mich zu dem bringt, was ich bereits gesagt habe: Der eReader Markt ist zu klein. Musik hört im Prinzip jeder, von daher war der iPod ein betriebswirtschaftlich logisches Produkt. Telefonieren tut auch jeder, von daher war das iPhone ein betriebswirtschaftlich logisches Produkt. Ein eReader von Apple? Den würden nicht einmal alle Hardcore-Apple-Jünger kaufen. Lohnt nicht.
Das iTablet wird kein “großes” iPhone sein. Das macht keinen Sinn. Das iPhone ist ein Smartphone mit stark eingeschränkter Funktionalität und 320×240 480×320 Bildschirm, den man mit einem Finger bedient. Bei einem Tablett welches A5 oder A4 groß ist, macht das keinen Sinn. Und wer will mit so einem Gerät schon telefonieren? Es wird mangels Tastatur auch kein vollwertiges Notebook sein. Und wenn es das schon nicht ist, dann denke ich, es geht in die Richtung “Netbook mit Touchbedienung”. Neues Betriebssystem auf Mac OS X Basis, 10 Finger Multitouch. Wenig Leistung, wenig Funktion (ganz so wie das iPhone am Anfang) – aber das, was es kann, ist dann geschmeidig zu bedienen. Vielleicht mit 3G Modem und wieder an Mobilfunkprovider gebunden. Hauptsächlich ein Internetsurfgerät. Und Musikdateien und Youtube Videos wird es auch abspielen können. Und die privaten Fotos vom Desktoprechner anschauen können. Evtl. als Fernbedienung für Apple TV dienen. Oder für den Mediaplayer am Desktoprechner. Eben ziemlich genau ein Mittelding zwischen iPhone und MacBook. Das Netbook von Apple. Konsequenterweise ohne Tastatur.
Mal sehen, ob ich richtig geraten habe. Oder ob es gar nix gibt. ;-)
When we examine the iPhone users’ arguments defending the iPhone, it reminds us of the famous Stockholm Syndrome – a term that was invented by psychologists after a hostage drama in Stockholm. Here hostages reacted to the psychological pressure they were experiencing, by defending the people that had held them hostage for 6 days.
Mehr bei Strand Consult:
How will psychologists describe the iPhone syndrome in the future?