New York Reisetagebuch

… habe ich nicht geschrieben. Hatte ich aber vor. Mindestens einmal täglich bloggen und tagesaktuelle Fotos hochladen. Habe ich aber nicht gemacht. Weil ich einerseits aufgrund unserer 16-Stunden-Tage abends nachts im Hotel keine Energie mehr für’s Web verschwenden wollte, und andererseits – das steht unten – war es mit der Connectivity auch nicht soweit her, wie ich erwartet habe.

Fotos gibt es auch jetzt noch nicht, weil die fast 1000 Bilder erstmal gesichtet werden müssen, und meine Freundin ein bedingtes Vetorecht hat. Bedingung ist, dass sie mitbekommt, wenn ich Fotos veröffentliche ;-)

Hier schreibe ich mal kurz (weil nur Mittagspause) zusammen, was am mich am meisten überrascht hat. Das ist für Deutsche, die zum ersten Mal nach New York reisen, vielleicht ganz hilfreich.

Also:

  • Sicherheitskontrolle inklusive Inspektion aller Körperöffnungen am Flughafen: Hatten wir jetzt nicht so. Kein Schuhe ausziehen, nicht einmal abtasten. Und das bei 4 Checkpoints. Allerdings war der Beamte bei der Passkontrolle und Fingerabdruckname am Flughafen New York ein Arschloch. Oder Misantrop. Sehr unfreundlich, sehr unwillig, vielleicht hasst er Ausländer. Hat uns nicht das Leben schwer gemacht, aber ist halt ein Arsch gewesen. Müssen die vielleicht auch sein.
  • Sicherheitskontrolle inklusive Inspektion aller Körperöffnungen, Teil 2: Wichtige Sehenswürdigkeiten haben Sicherheitskontrollen auf Flughafenniveau. Sogar mit Schuhe ausziehen und Gürtel aus der Hose. Einer hat mich sogar abgetastet. War aber eher auf Disco-Niveau, also nichts mit Latexhandschuh und Hose runter.
  • In USA haben die Geschäfte rund um die Uhr geöffnet: Tja, Gerücht. Das trifft vielleicht auf einige Mega-Supermärkte irgendwo im Land zu. Aber in New York ist der größte Supermarkt gerade mal dreimal so groß wie ein normaler Aldi in Deutschland. Megamärkte und Riesen-Shopping-Malls gibt es in New York nicht. Steht auch so im Internet. Die Ladenöffnungszeiten sind eher so mittel. Nicht selten schlechter als in Deutschland (schon vor 20:00 geschlossen), meistens wie in Deutschland (8:00 bis 22:00 geöffnet). Gelegentlich haben kleine Läden (davon gibt es eine Milliarde – geschätzt) sehr lange auf. Besser als in Deutschland: Fast alles über 20m² hat auch am Sonntag normal oder zumindest bis 20:00 geöffnet. Einkaufen also schon problemlos möglich, aber das durchgehend geöffnet ist ein Mythos. In New York.
  • In Amerika ist alles billiger. Jein. Aufgrund des in der letzten Woche tollen Wechselkurses ist ja schon mal alles circa 21% billiger . 100 $ ergaben ungefähr 70 Euro, aber da kamen ja dann immer noch 8,88% Mehrwertsteuer drauf (auch nicht immer). Deswegen ja, fast alles ist billiger als in Deutschland. Lebensmittel, Cocktails und Restaurants sind grundsätzlich teurer, aber auch nicht so, dass die Währungsdifferenz ausgeglichen wird. Öffentliche Verkehrsmittel in New York sind saubillig. 29$ (= 19,xy Euro) für eine Woche Flatrate fahren im ganzen „Verbundgebiet“ – das schafft keine deutsche Großstadt.
  • Alles billiger Teil 2; Shopping: In vielen (allen?) Reiseführern steht, dass man super in New York shoppen kann, und das da alles so billig ist und gerade Klamotten und so. Ist so eigentlich falsch. Markensachen, die in auch in Deutschland angeboten werden, kosteten in New York etwa dasselbe in Dollar wie in Euro, teilweise sogar mehr. Also wie oben die Wechselkurse als Sparpotential. Schnäppchen macht man auch nur in Schnäppchenläden, aber dort dann richtig. Da kommt dann kein mir bekanntes Outletcenter in Deutschland ran. Im „Century 21“ sind 70% auf Designerklamotten machbar, aber die Auswahl pro Produkt ist eingeschränkt. Ich tippe mal, es handelt sich um sowas wie Restware oder Vorjahreskollektionen. Allerdings haben wir auch in einem eher vornehmen Kaufhaus Glück gehabt. Osterprozent, sonstwas Sale und Special Sale und weiß der Geier haben sich auf 50% Rabatt summiert. Bei aktueller Mode. War aber vorher nicht unbedingt ersichtlich. Aber dort auch Schnapper gemacht, beispiel: Tommy Hilfiger Poloshirt für umgerechnet 18 Euro. Solche Sales hatte es auch bei Markengeschäften wie Puma oder Fossil, muss am Frühling gelegen haben. Ist aber zeitlich sehr begrenzt und stützt deswegen nicht die Aussage, dass man in New York so toll Schnäppchen shoppen kann, dass sich der Flugpreis schon rentiert. Dieses Gerücht stützt sich wohl hauptsächlich auf die in Deutschland völlig zu unrecht beliebte Levis Jeans. Während Levis in Deutschland eine hochpreisige Marke ist, und die Hosen so um die 90 Euro kosten (plus minus), ist das in Amerika eher mainstream. Nach Umrechnung zwar immer noch 30-40 Euro, aber das ist ja in Deutschland schon billig für eine Levis 501. Ansonsten wie gesagt, eigentlich alles vergleichbar, aber Sparpotenzial bei „SALE“ und Wechselkurs.
  • Alles billiger, Teil 3; Essen gehen: Fastfoodketten gleich teuer, bessere Restaurants auch nicht billiger, aber entsprechen nicht ganz den Ansprüchen deutscher Kundschaft, was die Qualität der Speisen und Getränke angeht. Wir waren in einem gehobenem Restaurant (Eigentümer: Robert de Niro), und das Ambiente war auch super. Das Essen war gut, aber nicht gehoben. Diskrepanz zwischen Ambiente / Service und Essen / Cocktails. Nicht schlimm, aber erwähnenswert. Die amerikanischen Gäste empfinden das bestimmt positiver als unsere verwöhnten Gaumen aus Europa.
  • Cocktails: Eigentlich auch teuer, weil irgendwie komisch gepanscht. Aber Masse statt Klasse führt zum gewünschten Ergebnis. Mein Tipp: Nach 4 Cocktails und bei Dunkelheit ist der Times Square noch viel „interessanter“.
  • Internet: Angeblich hat es in New York ja überall freies WLAN, weil ja überall Cafes oder Fastfoodrestaurants sind. Das stimmt bedingt. Die Häufigkeit von WLAN Netzen ist tatsächlich gegeben, aber man kommt entweder nicht rein, oder wenn, dann nicht ins Internet. Meine Erfolgsquote lag bei >10%. Irgendwann hatte ich dann auch keine Motivation mehr. Von den Funknetzen, in die man reinkommt, muss man fast immer erst im Browser auf der Loginseite die Nutzungsbestimmungen als gelesen bestätigen, bevor der Router einen ins Internet lässt. Unser Hotel hatte gratis uneingeschränktes WLAN (ohne hätte ich auch nicht genommen), allerdings nur 1MBit. Gilt dort schon als High-Speed ;-) Fazit: Wer sucht, wird finden, aber die Suche dauert sehr viel länger als gedacht.
  • Klopapier und Taschentücher sind in Amerika bestenfalls 2-lagig, und jede dieser Lagen ist bei Zimmertemperatur ein instabiles Gebilde. Wenn man also nicht mindestens 10 Blatt parallel benutzt, dann…
  • An allen Sehenswürdigkeiten und Fastfoodrestaurantkassen arbeiten nur – ich sag mal vorsichtig und wirklich ohne feindliche Gesinnung – „Gastarbeiter“. Die meisten Farbige, dicht gefolgt von Asiaten und dann Lateinamerikaner. Mit der ersten Gruppe gibt es insofern das Problem, dass die eher laut denken als wirklich mit einem sprechen (Ausnahme: Tourguides und Sicherheitskräfte). Dieses murmeln, nuscheln, bauchreden – und das bei New Yorker Grundrauschen –  führt dazu, dass man immer nachfragen muss, schlichtweg weil die Schallwellen nicht bis zum Ohr vordringen. Mit den Asiaten und Lateinamerikanern ist es simpler; deren Englisch ist manchmal schlechter als bei einem deutschen Abiturienten. Wie so oft auf der Welt haben die aber dann auch Tätigkeitsbereiche, in denen nicht so viel geredet werden muss. Aber allen gemein ist, dass sie sehr nett und hilfsbereit sind. Das gilt auch für Bedienung im Kaufhaus und Restaurants.
  • Guten Rotwein findet man selten bis gar nicht. Weder im Einzelhandel noch in der Gastronomie. Aber dafür teuren.
  • Kaffee: Ganz wichtig, nochmal deutlich: KAFFEE!!! Können die New Yorker gar nicht. Egal wo, ob Hotel, Starbucks, Mc Donalds, sonstwo: Kaffee kriegen die nicht hin. Bei Starbucks habe ich das ja erwartet, der normale Kaffee von denen taugt ja auch in Deutschland nix. Aber irgendwer in dieser 13 Millionen Stadt muss doch guten Kaffee kochen können. Von all den schlechten war der „beste“ von einem kleinem Bistro, völlig No-name, irgendwo nah bei irgendeiner U-Bahn Station. Habe ich mir nicht gemerkt, weil mir erst jetzt auffällt, dass es erwähnenswert ist. In einem unserer zwei Reiseführer stand auch, wo es den besten Kaffee in New York gibt. Jetzt wird mir auch klar, warum die Redaktion das für erwähnenswert hielt.
  • Handynutzung: Bei New Yorkern ist wohl noch nicht angekommen, das nur völlige Klappspaten außerhalb des Autos mit Headset (Bluetooth / Kabel) telefonieren. So kann es dem stilsicheren Deutschen passieren, dass er völlig verwirrt ist, wenn der/die Gegenüber/in auf ihn einredet und dann nicht auf die höfliche Gegenfrage gar nicht reagiert. Diese Bluetoothheadsets sind so klein, bis man die entdeckt. Die Steigerung der Idiotie ist dann, das Bluetoothheadset im Ohr zu haben, obwohl man gar nicht telefoniert, sondern mit seiner Familie eine Sehenswürdigkeit besichtigt.

So, das war es dann erst einmal. Heute Abend lese ich dann den Eintrag nochmal zur Korrektur. ;-)

1 Kommentar zu „New York Reisetagebuch“

  1. „Gelentlich“ – haste dich vertippselt.

    Soso.. ich bin auf die Fotos gespannt. Und vor allem kann ich mir ganz gut vorstellen was du gefaselt hast nach den 4 Cocktails in Verbindung mit dem Times Square.. lol arme Katrin :D

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