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Social Backup: Crashplan

Da gibt es etwas, das ist vielleicht keine News mehr, aber aus aktuellem Anlass habe ich mich mal wieder mit dem Thema Backup beschäftigt. Dabei bin ich auf Crashplan gestoßen.

Crashplan gibt es in unterschiedlichen Preisvarianten – von gratis bis 6 US$ im Monat. Ich bin mir aber nicht ganz sicher, ob die Gratisvariante nicht nur die eine 30-Tage Probierversion ist. Das steht auf der Website zweimal, ist danach beim Donwload und nach der Installation aber nicht mehr erwähnt.  Crashplan ist auch für private Nutzer nur die ersten 30 Tage gratis. Danach muss man sich für eine der Varianten zwischen 1,5 US$ und 6US$ monatlich entscheiden.

Was unterscheidet Crashplan von anderen Backuplösungen?

Nun, normale Backupsoftware speichert das Backup auf einem anderen Speicherplatz. Entweder auf eine externe Festplatte (so wie bei mir momentan noch der Fall) oder online – entsprechend breitbandige Internetleitung vorausgesetzt. Eigentlich sollte man aber sein Backup auf mehrere möglichst noch räumlich getrennte Speicherplätze machen. Das können viele andere Backupanwendungen sicherlich auch – aber die kosten Geld und erfordern hohe Fachkenntnis, weswegen sich das nur im Unternehmensbereich eingebürgert hat. Eine weitere große Hemmschwelle im Privatbereich ist neben der Fachkompetenz auch die notwendige Anschaffung und das Handling mehrer externer Speicherorte. Ich persönlich will nicht zwei oder mehr externe Festplatten anschließen, um mein Backup zu machen. Da mache ich vermutlich selten bis nie ein Backup, weil der Aufwand zu hoch ist. Ein Netzwerkspeicher mit Festplatten im Raid1-Verbund wäre da schon praktischer, aber auch teuer, und im Zweifelsfall geht der Controller kaputt, und die Platten lassen sich nirgends anders mounten. Zumindest nicht ohne Expertensoftware. Kennt man ja, der Teufel ist ein Eichhörnchen.

Crashplan setzt da an. Es ist so einfach zu bedienen, das kann sogar die Schwiegermutter, und jeder Crashplanbenutzer bekommt einen Account. Die simple und geniale Idee ist: Ich kann mir aussuchen, dass mein Backup nicht nur auf meine externe Festplatte, sondern auch bei meinen Freunden gespeichert wird. Und vice versa. Das geht einfach, da jeder einen Account hat, und die Crashplansoftware kümmert sich um den Rest. Ich kann also mit einem Mausklick mein Backup auf die externe Festplatte machen, auf die Festplatte vom Vater meiner Freundin im 70km entfernten Dörfle und auf den Linuxserver meines Freundes in Kassel. Das erste Backup dauert natürlich ziemlich lang, danach werden nur noch die Daten übertragen, die sich verändert haben. Wahlweise automatisch nach Zeitplan, ununterbrochen (nicht in der kostenlosen 30-Tage-Test-Version) oder ganz manuell. Crashplan gibt es für Windows, Mac, Linux und Solaris.

Vertrauen ist gut, Verschlüsselung ist besser

Damit sich die Schwiegermutter oder die Freunde nicht die Bikinifotos vom letzten Urlaub ansehen, sind die Backups komprimiert und verschlüsselt. In der Gratisversion mit 128 Bit, bei den Bezahlversionen mit 448 bit.

Alles in allem finde ich das eine sehr gute Idee, welche ich für das Backup meiner Dateien zukünftig nutzen werde. Das sind etwa 60GB, da finde ich den ein oder anderen in meinem privaten Umfeld, der dieser Datenmenge Asyl gewähren kann. Für ein komplettes Plattenimage wird wohl kaum einer Platz haben.  (An die Freunde und Bekannten unter meinen Lesern: Wer Interesse hat, bitte melden.)

A propos Platz: Die verschiedenen Versionen unterscheiden sich dadurch, dass man Onlinespeicherplatz bei Crashplan mit dazukauft. Oder – in der größten Stufe – bis zu zehn Nutzer anlegen kann. Familienbackup in der Cloud quasi. Unbegrenzter Onlinespeicher und 10 Nutzer kosten die bereits erwähnten 6 US$ im Monat, was ich preislich völlig okay finde. Die Varianten mit dem unbegrenzten Onlinespeicherplatz haben noch das Feature, dass auch gelöschte Dateien für immer behalten werden, so dass man auch zu älteren Versionen zurückkehren kann.

Crashplan gibt es auch für Business- und Enterprisekunden, da hat es dann eine Menge von Features, die für IT-Administratoren interessant sind. Das Backup auf andere Computer (peer-to-peer) gibt es aber nicht in der Businessversion, nur für Privatkunden und für Enterprisekunden innerhalb desselben Accounts.
Ein Versionsvergleich zwischen der größten Privatversion und Business / Enterprise findet der geneigte Leser hier: http://www.crashplan.com/business/compare.html

 

tl;dr

Crashplan speichert Backups nicht nur auf eine externe Festplatte, sondern via Lan/Internet auch als verschlüsselte Datei auf die Rechner deiner Freunde. Und umgekehrt. Für monatliche Gebühr auch online in der Cloud.

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Master File Table zerstört – und kein Backup

Was bisher geschah: Ich wollte mit meinem Brenner eine DVD brennen. Erst ganz normal in 8x Geschwindigkeit, nach mehreren Fehlversuchen ließ ich mich auf 4x runterhandeln. Ging aber alles nicht. Der (simulierte) Brennvorgang war qäulend langsam. Die Software „CD/DVD Speed“ aus dem Internet bestätigte: Nur 1,06x lesen und schreiben schon mal gar nicht. Das war blöd – weil letztes mal gings noch. Der Brenner lief überraschenderweise auch nur im PIO-Modus, nicht im U-DMA Modus. Und nichts brachte Abhilfe. So blieb nach zwei Stunden nur noch die Option, die Firmware neu zu installieren. Ist auch das, was LG auf der Supportseite vorschlägt. Immerhin ein Sprung von 1.0 auf 2.0.

Also vorschriftsmäßig meine SLAVE-Festplatte abgestöpselt, damit der Brenner als Master am sekundären IDEbus alleine ist.
Da ich ja dieses Jahr das Pech der Welt für mich gepachtet zu haben scheine, ist ja klar, was passierte: Das Firmwareupdate ist abgestürzt (Writebuffer Problem – also wohl richtig was kaputt?). Trotzdem machte der Brenner einen guten Eindruck und mein Betriebssystem hatte auch noch nix zu meckern.

Das kam nach dem Neustart: Der Brenner stand schon im Bios Hardwarecheck komisch da (viele !! und &%$ wo eigentlich der Name stehen sollte). Und bevor ich bemerkte, wie mir geschieht, wurde meine vor dem Neustart angeschlossene Festplatte als neues Laufwerk erkannt. Und funktionierte seitdem nicht mehr. Die wichtige Festplatte. Die mit den Daten, nicht mit dem System. Und ich habe kein Backup, weil ich mir das nicht leisten kann (ich erwähnte, dass ich ein Pechvogel bin).

Schock, die Platte ist kaputt – ne, war sie nicht. Ohne Brenner läuft die Platte wieder wie sie soll – auch mit korrekter Gerätebezeichnung etc.

Allerdings kann Windows nicht aufs Dateisystem zugreifen und zeigt mir eine RAW-Partition ohne Daten an.

Viele Stunden und viele Tools später war ich um die Erkenntnis reicher: Die Platte funktioniert einwandfrei, die Daten sind eigentlich noch da, aber die Master File Table (MFT oder unter CHKDSK auch Masterdateitabelle genannt) ist kaputt. Inklusive der gespiegelten Version davon (NTFS legt vom MBR, Bootsektor und der MFT immer Sicherheitskopien an).

Das war gestern. Heute weiß ich nach einer kurzen Nacht und sehr sehr viel Internetrecherche: Man kann die MFT nicht reparieren. Nicht, wenn beide Teile kaputt sind. Nicht mit Testdisk, nicht mit Chkdsk, und auch nicht mit einem der kommerziellen Tools, die selbiges behaupten. Die können nur reparieren, wenn die MFTmirror noch intakt ist. Und dann ist das keine Kunst, das könnte chkdsk oder Testdisk auch.

Ich schreibe das hier, um Suchenden mit demselben Problem viele Stunden nutzloser Versuche zu ersparen. Die einzige Lösung ist (welche ich jetzt umsetze) mit einem Datenrettungstool eine herkömmliche Datenrettung durchzuführen. Ein Glück, das meine Liebste über eine ausreichnd große USB-Festplatte verfügt, die als Zwischenspeicher fungiert. Was bei mehreren hundert Gigabyte natürlich ewig dauern wird.

Also nochmal das Fazit für alle, die per Suchmaschine hier gelandet sind:

Die Master File Table lässt sich nicht reparieren. Die Daten lassen sich mit entsprechender Software retten.

Und kein Firmwareupdate für DVD-Brenner durchführen. Wenn der in einem anderen PC funktioniert, ist es ein Softwareproblem. Wenn auch dort nicht, dann ist der vermutlich physisch defekt (wie bei mir, aber wird auf Garantie getauscht). Ein Firmwareupdate soll dazu dienen, um neue Features/Funktionen zu ermöglichen. Das Risiko ist es aber nicht wert. Der momentan beste DVD-DL-RW Brenner kostet circa 30 Euro. Das sollte man sich vor Augen halten, bevor es einem im schlimmsten Fall so ergeht wie mir.

Oder alternativ: Nach dem Firmwareupdate keine anderen Laufwerke am gleiche IDE-Strang anschließen. Ob es diese Risiken bei aktuellen SATA-Geräten auch gibt, kann ich nicht sagen.